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Wie schreibe ich ein Drehbuch?

“Ich schreib’ noch schnell das Drehbuch” – Ein Satz, der so wohl noch nie ausgesprochen wurde. Aber wie schreibt man ein Drehbuch und was sind die Herausforderungen dabei?

Drehbuchschreiben kann schwierig sein, auch wenn man bereits “vom Fach”  und versiert in der Kunst des Textens ist. Beim Drehbuchschreiben eines Erklärvideos geht nicht nur darum, die richtigen Wörter zu finden, sondern auch eine spannende, informative und kompakte Geschichte zu erfinden.

Wir haben beim Texter Paul Stern nachgefragt:

“Die größten Herausforderungen beim Schreiben sind für mich jene, die ich noch nicht erkennen kann, – die unbekannten Faktoren, die sich erst im Prozess offenbaren.”

Paul SternTexter | Drehbuchautor

Was sind die größten Herausforderungen und eventuelle Stolpersteine bei der Erstellung eines Drehbuchs?

Es ist schwierig, den Prozess des Schreibens auf ein oder zwei feste Herausforderungen herunterzubrechen. Schreiben ist wie eine Reise: Stark abhängig von der Vorbereitung.

Plant man einen hohen Berg zu erklimmen, kann man sich entsprechend ausrüsten; die richtigen Schuhe anziehen, Eis-Äxte mitnehmen, die Krux des Bestiegs genau analysieren und dafür planen. Genauso kann man sich einfach eines Tages einen Rucksack über die Schultern werfen, um bei einem spontanen Weg über Feld und Wiese einen Fuß dem anderen folgen zu lassen.

Ich habe selten ein Problem mit Schreibblockaden. Ich habe auch keine Angst vor der Möglichkeit von schlechten Texten aus meiner Feder oder negativen Rückmeldungen. Die Antwort auf die Furcht vorm Schreiben, ist, ironischerweise, das Schreiben selbst. Gut oder schlecht, lang oder kurz, positiv oder negativ, erst muss das Zeug auf Papier. Dort kann man es dann Betrachten und überdenken. Ich fühle mich sicher aufgehoben in diesem Prozess. So gesehen sind die größten Herausforderungen beim Schreiben für mich jene, die ich noch nicht erkennen kann – die unbekannten Faktoren, die sich erst im Prozess offenbaren.

Themen können heikel sein. Menschen können besondere Ansprüche haben. Möglichkeiten oder Zeit können begrenzt sein. Ich habe für mich gelernt, zu akzeptieren, dass ein Plan sehr selten den ersten Kontakt mit der Realität überlebt. Oft liest man ein zweites oder drittes Mal über den eigenen Text und erkennt sich darin nicht wieder. Oft ist man ganz begeistert von den eigenen Ideen und ihrer Umsetzung, nur um retrospektiv zu merken, dass die eigene Stimme für einen selber anders klingt als für die Menschen, an die man sie richtet.

Die Herausforderung am Schreiben, wie an jedem kreativen Prozess, ist es einer guten Idee gerecht zu werden, oder eine mittelmäßige Idee zu einer großen zu machen. Das Gefühl der Verantwortung ist hier nicht zu unterschätzen. Gerade wenn man die Ideen anderer Leute verarbeitet, hat man eine Verpflichtung die richtigen Worte aneinanderzureihen. Alles am Schreiben kann also fordernd sein, aber gerade das macht es für mich so interessant.

Was macht dir bei der Kreation eines Drehbuchs besonders viel Spaß im Vergleich zu anderen Textarbeiten? 

Während Fließtexte, Gedichte, etc. ein Selbstzweck sind, ist das Ziel eines Drehbuchs das Unterstützen eines größeren Prozesses. Es verbildlicht Ideen und bietet für andere Kreative die Grundlage, ein Projekt weiter zu bearbeiten. Was mich an Drehbüchern begeistert, ist die Möglichkeit, eigene Bilder in fremde Köpfe zu projektieren und dort den Empfänger*innen den Freiraum zu geben, selbst damit zu spielen. Schreiben ist oft ein sehr persönlicher und individueller Prozess, was ich auch sehr schätze. Daher ist es aber immer interessant, die Chance zu bekommen, mit mehreren Menschen etwas gemeinsam zu erarbeiten und zu sehen, wie sich unterschiedliche Leute einbringen.

 Was ist für dich das Besondere bei Erklärvideos?

Oft macht das kleine bisschen “mehr” den Unterschied – das gilt für Produkte sowie für Kommunikation. Der Erfolg eines Unterfangens entscheidet sich oft gerade dann, wenn man sich an die Menschen richtet, die man erreichen will. Erklärvideos erlauben es, komplexe Inhalte leicht verdaulich darzustellen und senken die Hemmschwelle, sich mit einem Thema näher auseinander zu setzen.

Texter Paul Stern

Paul Stern

Texter